Der Fliegende Holländer

Eine Legende des Geisterschiffs
Er irrt ohne Ende und ohne Ziel umher und erscheint plötzlich mitten im Ozean.
Die Legende vom Fliegenden Holländer, einem geheimnisvollen Geisterschiff, geht auf eine wahre Geschichte und eine reale Person zurück: den niederländischen Kapitän Bernard Fokke, einen Seemann aus Amsterdam, der im 17. Jahrhundert lebte.
Kapitän Bernard Fokke – Der Mann hinter der Legende
Fokke war groß und kräftig, von jähzornigem und provokantem Charakter. Er liebte Frauen und Alkohol und hatte einen zweifelhaften Ruf. Unter den Seeleuten Amsterdams war er gefürchtet. Dennoch war man sich einig: Er war ein außergewöhnlich guter Kapitän, der weder das Meer noch Stürme oder weite Expeditionen fürchtete.
Übermenschliche Seereisen
Sein Ruf eilte ihm voraus, denn er schaffte seine Reisen in Rekordzeit. So gelang es ihm, die Strecke zwischen Amsterdam und Batavia (dem heutigen Indonesien) in nur drei Monaten zurückzulegen – eine unglaubliche Leistung für jene Zeit.
Ein Pakt mit dem Teufel?
Bernard Fokke respektierte weder Menschen noch Gott oder den Teufel. Er scheute sich nicht, an einem Karfreitag in See zu stechen – etwas, das kein anderer Seemann gewagt hätte. Viele glaubten sogar, er habe einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Mit rasender Geschwindigkeit durchquerte er die Meere – daher sein Beiname: der „fliegende“ Holländer.
Das mysteriöse Verschwinden
Eines Tages kehrte Fokke von einer seiner Reisen nicht zurück. Es kursierten verschiedene Erklärungen für sein plötzliches Verschwinden. Einer Version zufolge beging er vor den Augen seiner Mannschaft ein schreckliches Verbrechen und wurde von Gott bestraft. Einer anderen nach versuchte er, während eines heftigen Sturms das Kap der Guten Hoffnung zu umrunden und schwor, auf ewig verflucht zu sein, falls er es nicht schaffen sollte.
Die Rückkehr des Geisterschiffs
Nach einiger Zeit geriet das Ereignis in Vergessenheit. Doch einen Monat später berichteten Seeleute, die aus den Indischen Kolonien zurückkehrten, sie hätten Fokkes Schiff mitten in einem Sturm gesehen. In den folgenden Monaten häuften sich die Berichte über Sichtungen des Geisterschiffs. Selbst der spätere König Georg V. von England soll es 1880 vor der Küste Australiens gesehen haben.
Der Fliegende Holländer bis zum Ende der Zeiten
Man erzählt, dass das Geisterschiff in manchen Nächten erscheint. Wenn andere Schiffe versuchen, Kontakt aufzunehmen, antwortet die längst verstorbene Besatzung.
So irrt der Fliegende Holländer, zusammen mit seiner Crew, an Bord seines verfluchten Schiffes zwischen Kap Hoorn und dem Kap der Guten Hoffnung – bis zum Ende der Zeiten.


