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Der Baum von Cooper Creek

In Cooper Creek, in Queensland im Osten Australiens, steht ein alter Eukalyptusbaum, der zum stillen Zeugen einer Geschichte wurde, die für ihre beiden Protagonisten tragisch endete.

Diese Geschichte beginnt im Jahr 1860, als Robert Burke und William Wills beschließen, von Melbourne aus in Richtung Norden Australiens aufzubrechen. Die geplante Strecke umfasst 3.218 km. Damals war das Wüstengebiet, in dem die Temperaturen über 50°C steigen, von den Siedlern noch nicht erforscht. Die beiden Männer, ohne Erfahrung in Expeditionen dieser Größenordnung, stellen 19 Männer ein, nehmen 23 Pferde, 26 Kamele und 6 Wagen mit, die mit unnötigen Gegenständen beladen sind, wie etwa einem chinesischen Gong oder einem massiven Eichentisch.

Die Reise beginnt. Nach mehreren Wochen erreichen die Männer Cooper Creek. Robert und William trennen sich von der Gruppe mit der Absicht, weiter bis zur Nordküste vorzudringen. Die anderen bleiben in Cooper Creek mit der Anweisung, auf die Rückkehr der beiden „Entdecker“ zu warten.

Mehr als drei Monate vergehen. Die Männer in Cooper Creek beschließen, Lebensmittel und Vorräte unter einem Eukalyptusbaum zu vergraben, der sich neben einer Wasserstelle befindet. Bevor sie aufbrechen, ritzen sie das Datum ihres Aufenthalts in die Rinde des Baumes und gehen fort.

Wenige Stunden später treffen Robert und William in Cooper Creek ein. Sie finden die Vorräte und den vom Team unterzeichneten Brief. Doch zu erschöpft, um zu versuchen, sie einzuholen, entscheiden sich die beiden, zwei Tage zu ruhen.

Die Abenteurer hinterlassen ihrerseits einen Brief im Versteck des Baumes mit Details ihrer Route… vergessen jedoch, das Datum ihres Aufenthalts in die Rinde des Eukalyptus zu ritzen. Ohne sich dieses entscheidenden Fehlers bewusst zu sein, machen sie sich auf den Weg nach Süden.

Die Mitglieder der ersten Gruppe kehren noch einmal mit Vorräten nach Cooper Creek zurück, sehen jedoch nichts, was auf die Anwesenheit der beiden Männer hindeuten könnte, und brechen erneut auf.

Als sie ihr Ende nahen fühlen, kehrt William zum Baum zurück und vergräbt dort sein Tagebuch. Dieses Mal notiert er das Datum des 21. Juni und hinterlässt die folgenden Worte:
„Wir haben alles in unserer Macht Stehende getan… Unser Tod wird eher das Ergebnis des schlechten Managements anderer sein als unüberlegter Handlungen unsererseits.“

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