Welt

Drachen und Schlangen

Der Drache ist eine riesige, reptilienartige Kreatur mit scharfen Klauen und schuppiger Haut, die metallisch schimmert. Häufig besitzt er membranöse Flügel. Drachen leben in abgelegenen Regionen wie Höhlen, Flüssen und Bergen. Sie speien Feuer oder giftige Rauchwolken aus und sollen sogar Gedanken lesen können. Diese Wesen bevorzugen frisches Fleisch, Vieh und Menschen als Nahrung und zeigen besonders starkes Interesse an jungen Mädchen.

Der Drache hortet Schätze, die er in seinem langen Leben sammelt und in Bergg ipfeln versteckt. Er bewacht seine Beute eifersüchtig und lässt niemanden in seine Nähe. Um einen Drachen zu besänftigen, sagt man, man müsse ihm Gold und Juwelen geben. Ein anschauliches Beispiel für einen solchen Schatz bewachenden Drachen findet sich im Film Der Herr der Ringe.

Die Mythologie des Okzidents spricht vorwiegend vom Feuerdrachen, während in vielen asiatischen Kulturen der Wasserdrachen im Mittelpunkt steht. Dieser ähnelt einer gewaltigen Schlange und lebt in Flüssen und Ozeanen. Zahlreiche Legenden erzählen von Begegnungen zwischen Seeleuten und diesem Ungeheuer, das so schnell auftaucht und wieder verschwindet wie ein Blitz.

Schlangen

Eine aztekische Legende erzählt von Quetzalcoatl, dem großen gefiederten Schlangengott. Er war ein weiser und friedlicher Herrscher, der keine Menschenopfer forderte, sondern Göttern Vögel, Schlangen, Schmetterlinge und Blumen darbrachte. Nach einem tragischen Zwischenfall verlor er seinen Thron und schwor, eines Tages zurückzukehren, um sein Königreich wiederzufinden. Mit der Zeit wurde Quetzalcoatl als gefiederte Schlangengottheit verehrt.

Als der Conquistador Hernán Cortés 1519 an der mexikanischen Küste landete, fragte sich der Aztekenherrscher Moctezuma II, ob dieser weiße, bärtige Mann nicht Quetzalcoatl sei, der gekommen sei, sein Reich zurückzufordern. Aus Angst trat er der Besetzung seines Reiches durch Cortés nicht entgegen.

Bei den Maya galt die „Schlange der Visionen“ als übernatürliche Erscheinung, die den Menschen erlaubte, mit Göttern und Ahnen zu kommunizieren. Dieses Wesen besitzt zwei Köpfe: einen in der Welt der Menschen und einen im Jenseits. Die Maya glaubten, dass die Schlage der Visionen nur in Zuständen wie Trance erscheint – deshalb versuchten sie, ihr Bewusstsein durch Schmerz, Fasten oder bestimmte Rituale zu verändern.

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